Vorgehensweise

Während der Recherche im Grenzhus in Schlagsdorf, bei Frau Puttkamer aus Dechow und einem sehr netten Nachmittag bei Familie Benn in Carlow  hatte ich eine Menge alter Fotos abgelichtet.

Damals fotografierte man nicht so oft und Abzüge waren teuer,  so fielen die meisten Bilder ziemlich klein aus, waren manchmal zerknickt oder auch verblasst. Zudem stellte man gern die ganze Familie dicht zusammen in Pose und das meistens frontal. Schattenrisse von einzelnen Personen lassen sich aus solchen Bilder nur schlecht extrahieren.

Ein paar geeignete Silhouetten habe ich aber doch gefunden. Sie wurden im Computer freigestellt, auf Din-A4 vergrößert, ausgedruckt und ausgeschnitten.
Mit einem Overheadprojektor konnte ich die Figuren dann auf große Papptafeln übertragen. Auch diese mussten wieder ausgeschnitten werden.

Nach Experimenten mit verschiedenen selbstleuchtenden Substanzen, bin ich auf Reflektionsstoff gekommen. Man kennt das Material von Signalwesten, die im Scheinwerferlicht leuchten und Sicherheit im Verkehr versprechen. Der Stoff reflektiert ebenso den Kamerablitz. Deshalb habe ich die Pappkameraden damit bezogen.
Erste Testfotos im Garten zeigen den Unterschied zwischen Figur aus reiner Pappe und Figur mit Reflektionsstoff bezogen plus Blitz.

Vor Ort in Lankow assistierte mir mein Mann beim Aufstellen und Arrangieren der Figuren. Besonders bei Wind erwies er sich als eine große Hilfe. Wir sind mehrmals dort gewesen, um verschiedene Lichtverhältnisse und den Wandel der Natur einzufangen.

Die Endbearbeitung fand am Computer statt. Zunächst mussten alle Klammern und Stativbeine weggestempelt werden.
Durch Verfremdung und Überlagerungen mit mehreren Fotos vom gleichen Standpunkt aus, habe ich versucht, das Unwirkliche der Situation hervorzuheben und die jeweilige Stimmung herauszuarbeiten.

Gerne hätte ich noch ein paar Bilder im Nebel und vor winterlich kahler Landschaft gehabt. Vielleicht klappt es irgendwann, Lankow ist ja nicht weit und immer einen Ausflug wert.