R(h)apsodie in Blau und Gelb

raps1aN75_0378Blau und Gelb, so sieht der „ideale“ Mai in Norddeutschland aus. Knackige Komplementärfarben mit großzügigem Pinsel in die Landschaft gemalt – und dieser Duft …

Die riesigen Felder bieten allerdings nur wenigen Arten Lebensraum:
Bienen lieben die Blüten, doch wenn mit Neonicotinoiden gespritzt wurde, verlieren sie die Orientierung und finden nicht zum Stock zurück. Die verwilderten Nandus hier in NWM lieben den Raps ebenfalls und knabbern gerne die jungen Triebspitzen ab, was für den Landwirt erheblichen Schaden bedeutet. Rapsglanzkäfer haben inzwischen Resistenzen gegen Pestizide gebildet und ihr natürlicher Feind, die Schlupfwespe wird regemäßig untergepflügt. Sobald die Flächen verblüht sind, begeben sich also Myriaden von hungrigen kleinen Käfern auf Nahrungssuche und stürzen sich verzweifelt auf alles einigermaßen Gelbe: Blumen, Tshirts, Badetücher, Sandstrände …

Beruhigend, dass Raps nur alle drei – vier Jahre auf dem selben Feld angebaut werden kann. Doch was kommt statt dessen? Häufig ist es Mais, der oft auch nicht der Nahrung dient, sondern zur Energiegewinnung verwendet wird.
Der Farbenrausch ist wunderschön, jedoch die Dosis macht das Gift.

 

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