Aktuell

Verschütteter Rotwein

Aus einem Missgeschick mit einem umgekippten Weinglas ist der Anlass zu einer experimentellen tabletop-Fotoreihe entstanden, worauf ich mich zur Abwechslung rein spielerisch eingelassen habe.
Im Nachhinein fiel mir auf, dass bei den Techniken einzelner Bilder offenbar Inspirationen von Eberhard Schuy eingeflossen sind, Produktfotograf aus Köln, der Objekte oft reduziert und gleichzeitig in ungewohnter Sichtweise darstellt.

Meine Ergebnisse sind lange nicht so clean und perfekt ausgefallen wie seine.
Blickpunkte und Sichtweisen wurden im Laufe der Experimente zunehmend gewagter und wirken manchmal etwas verwirrend, aber gerade das gefällt mir daran.
Statt Photoshop zu bemühen, habe ich die Gläser zum Teil auf und unter einer Glasplatte arrangiert, so dass Schatten und Reflektionen nicht so ganz der üblichen Wahrnehmung entsprechen.
Auf einem Bild wurden einzelne Gläser bei längerer Belichtungszeit auch leicht angeschubst.

 

Fotoprojekt Lankow

Silhouetten
aus einem geschleiften Dorf

Wo früher Menschen lebten, singt heute der Pirol …

In den letzten Wochen habe ich mich mit einem besonderen Fotoprojekt beschäftigt:
Einstige Bewohner der Wüstung Lankow sollten im heutigen Umfeld ihres damaligen Dorfes als verfremdete Silhouetten wieder auferstehen – allerdings nicht wie dunkle Schatten, sondern hell reflektierend.

Im Zuge der Grenzsicherung hatten die DDR-Behörden mehrere Dörfer zwangsumgesiedelt und geschleift. Lankow gehörte dazu. Inzwischen hat sich die Natur zurück geholt, was ihr die Menschen überließen.
Die Figuren auf meinen Bildern stammen aus Fotoalben von ehemals Lankower Familien. Bedingung war, dass die Personen nicht zu erkennen sind. Deshalb wurden nur die reinen Umrisse aus den alten Fotos vergrößert, auf Pappe übertragen und mit Reflexionsstoff bezogen.

Vor Ort habe ich sie unterschiedlich zusammengestellt und mit Blitz fotografiert.
Durch Verfremdung und Überlagerung am Computer habe ich versucht, die unwirkliche Stimmung der Situation hervorzuheben.
Nun ist das Projekt abgeschlossen und kann auf der dieser online-Galerie betrachtet werden.

Am 26. September 2020 werden einige der Bilder auf Leinwand beim Klosterverein Rehna zu sehen sein.

Figurenbildner Jürgen Maaßen

Seit Jahrzehnten entwickelt und baut Jürgen Maaßen ausdrucksstarke Theaterfiguren von hoher bildhauerischer Qualität für Puppenbühnen, Schauspiel und Film im gesamten deutschsprachigen Raum. Trotz der vielfältigen Stile zeichnen sich seine Kreationen immer durch Einfachheit der Form, Weitenwirkung und Materialgerechtigkeit aus und zeigen zudem eine große Bandbreite mimischer Ausdrucksmöglichkeiten.
„Eine Figur ist eine künstlerisch-technische Einheit, die so leicht wie möglich spielbar sein soll. Es gefällt mir, mit meinen Figuren starke Rollenvorgaben anzubieten, ihnen quasi eine Seele ‘einzubauen’, deren ‘Erweckung’ dann Aufgabe der Puppenspieler ist.”
Von der Marionette bis zur Handpuppe sind so gut wie alle Spieltechniken vertreten, mal geschnitzt aus Holz, aus Hart- und Weichschaum, aus Latex gegossen, kaschiert, modelliert oder auch genäht.

Über das umfangreiche Werk von Jürgen Maaßen soll nun ein längst überfälliges Buch erscheinen.
Dazu müssen Bilder aus ganz Deutschland zusammengetragen und vor allem etliche Figuren neu fotografiert werden.
In seiner Werkstatt in Hamburg und gleichzeitig dem Sitz des Ambrella Figurentheaters haben wir mit dem Fotografieren begonnen.
Ein winziger Teil der Ergebnisse aus diesem Marathonprojekt ist hier zu sehen:
 

Pressefotos für Theater, meist in Aktion und im authentischen Bühnenbild habe ich schon häufiger gemacht, ebenso Tabletop-Stillleben, bei denen man jeden einzelnen Gegenstand und auch das Licht in aller Ruhe arrangieren kann.
In diesem Fall war die Herausforderung, einen praktikaben Spagat zwischen kühler Produktfotografie und dem theatralischen Aspekt zu finden, und außerdem die Bilder in hoher Druckqualität abzuliefern. Die Figuren wurden von Jürgen Maaßen und Heike Klockmeier direkt geführt, von Willi Winter mit Taschenlampe, Reflektor oder Diffusor akzentuiert und die Bewegungen durch drei Blitze eingefroren.

Coronavirus, berufliche Folgen und Stockfotografie

Unser Tournee-Puppentheater für Kinder durfte mehrere Monate lang nicht spielen, wir hoffen nun auf September.
Mein Mann gibt Deutschunterricht als Honorarkraft und hat seit März kein Einkommen mehr.

Immerhin bleibt mir die Stockfotografie. (Was ist Stockfotografie?)
Hier folgen ein paar Beispiele von Gebrauchsbildern zur aktuellen Situation.

 

 

Experimentell

Absichtliche Unschärfe, Mehrfachbelichtung, Kamerabewegung bei langer Belichtungszeit oder Kombinationen aus diesen experimentellen Techniken – Zutaten für abstrakte Bilder, die durch das Unkonkrete persönliche Empfindungen des Fotografen und vielleicht ganz andere Assoziationen des Betrachters lebendig werden lassen.

Waldspaziergänge

Die Wälder in der näheren Umgebung (Nordwestmecklenburg und Herzogtum-Lauenburg) sind unterschiedlicher, als man vielleicht zunächst vermutet.
Jeder hat seine eigene Atmosphäre, die sich nach Tages- oder Jahreszeit zudem radikal verändern kann.
Während der Coronavirus-Pandemie sind Wälder lohnende Ausflugsziele ganz ohne Ansteckungsgefahr –
zumindest wenn man nicht allzu viele Gleichgesinnte trifft 😉

 

Karneval

Die fünfte Jahreszeit hat begonnen:
Karneval im Rheinland, Alemannische Fastnacht, Baseler Morgenstraich …

In Hamburg gibt es seit mehreren Jahren den “Maskenzauber”, eine Hommage an den Karneval in Venedig.
Die ehrenamtlichen Enthusiasten wandelten aufwändig kostümiert an den Alsterarkaden umher, posierten gerne für Fotografen und fanden sich schließlich zu einer gemeinsamen Choreographie auf dem Rathausplatz zusammen. Unterstützt wurden sie von der Künstlergruppe INCANTO, deren Mitglieder in phantasievoller Ausstattung teils auf Stelzen, teils bodennah für Action sorgten.

Straßentheater-Band des LAFT MV mit Nikkor Z 50mm F1.8 Objektiv

Regelmäßig zum SpielLustFestival im Januar zieht die Band des LAFT MV (Landesverband Freier Theater M-V) am späten Nachmittag mit Klassikern wie „Mackie Messer“, „Hit the Road, Jack“ und jeder Menge guter Laune durch die Rostocker Innenstadt.
 
Meistens ist es dann schon ziemlich dunkel, deshalb durfte dieses Jahr u. a. mein relativ neues Nikkor Z 50mm F1,8 Objektiv dabei sein. Durch die geringe Schärfentiefe bei offener Blende wirken die Fotos sehr plastisch.

Weitere Bilder mit verschiedenen Objektiven unter Events und bei www.laftmv.de

Frohes Neues Jahr – nächstes Mal aber vielleicht auch für Tiere

Zugegeben, es sieht wunderschön aus, wie sich das Feuerwerk über der Stadt im Ratzeburger See spiegelt.
Sicher macht es manchen auch Spaß, wenigstens einmal im Jahr Raketen oder Böller abzuschießen.

Wenn man jedoch zwischen den Knallern die verzweifelten Rufe der Kraniche hört, ist die Freude dahin.

Wie viele andere Wildtiere haben sie wahrscheinlich schon geschlafen, wenn plötzlich das apokalyptisches Inferno mit Donnerkrachen und Blitzen losbricht.
Die Reaktionen sind Todesangst, Panik und Flucht. Geknallt wird aber in jeder Richtung, es gibt kein Entkommen. Dichter, rauchgeschwängerter Nebel erschwert die Orientierung zusätzlich.

Für nächstes Jahr wünsche ich mir ein Fest ohne Knallerei. Dann könnten auch Tierhalter mitfeiern und müssten den Jahreswechsel nicht bei ihren verängstigten Schützlingen im Stall oder Wohnzimmer verbringen.

Lübeck Panorama zur blauen Stunde

Vom Turm der St. Petri Kirche hat man einen fantastischen Rundumblick über die Altstadt von Lübeck.
Im Winter wird es während der Öffnungszeit dunkel und man kann Langzeitbelichtungen zur blauen Stunde machen.
Ein normales Dreibein-Stativ hinaufzutragen (im Fahrstuhl), lohnt sich allerdings nicht, die Fensterbänke sind so breit, dass man damit nicht nahe genug ans Gitter kommt. Besser wäre ein kleines Tischstativ oder ein Bohnensack.
Da ich über beides gerade nicht verfügte, habe ich die Kamera kurzerhand auf eine Zigarettenschachtel gelegt und ein Panorama aus mehreren Langzeitaufnahmen fotografiert.


Für Technikinteressierte: Nikon Z7 mit Objektiv Z 24-70 mm 1:4 S – Blende f:13, Verschlusszeit: 6 Sek., Iso: 31 (die Kamera lässt eine digitale Iso-Verminderung zu, was für längere Belichtungszeiten manchmal einen ND-Filter erspart)

Jahreswettbewerb 2019 – Foto Forum Lübeck – 2 mal 1. Platz

Das Fotoforum Lübeck richtet regelmäßig einen thematischen Jahreswettbewerb für die Mitglieder aus.
Die Jury stammt nicht aus den eigenen Reihen, sondern die anonymisierten Bilder werden unabhängig beurteilt.

Das Thema „Arbeit“ kam mir persönlich entgegen, denn solche Bilder sind auch bei Stockagenturen durchaus gefragt. So konnte ich die Fotosession als Arbeitszeit verbuchen und bei einzelnen Settings ein bisschen Aufwand treiben. Zwei davon habe ich zunächst per Hand skizziert und die Szene dann entsprechend gestellt und beleuchtet.
Diese beiden wurden tatsächlich prämiert.

Thema „Arbeit“:
1. Platz  Metallverarbeitung (oben)
2. Platz Buchhaltung (Mitte)

Den 3. Platz errang Gerhard Fey mit Nestbau, sein Bild zeigt einen Storch, der eine Menge Material zusammenträgt

 

 

Thema „Technik“:
1. Platz Zahn um Zahn (unten)

Den 2. und 3. Platz erreichte wiederum Gerhard Fey mit zwei detailreichen Schwarzweißaufnahmen.

Die Siegerbilder und alle weiteren eingereichten Fotos sind auf der Webseite des Foto Forums Lübeck unter Galerien – Jahresthemen zu sehen.
Ich finde, da sind einige preisverdächtige Bilder dabei, die genausogut auf den ersten Rängen hätten landen können.

 

Medaille – Nord-Ostsee-Fotomeisterschaft 2019

21Bezirksfotoschau Kiel 2019
An diesem Wettbewerb hatte ich als Gast teilgenommen, weil ich kein DVF-Mitglied bin. Die Nachricht über die Medaille kam überraschend per Mail von Manfred Voss, einem enthusiastischen Landschafts-Fotografen – unbedingt ansehen >>

Das ausgezeichnete Foto „Küchenkosmos“ hatte ich für das Sonderthema „Formen“ eingereicht. Die Saucen-Reduktion stammt von Günter Weinberg, ein Gormetkoch aus Carlow, dem ich über die Schulter schauen durfte.

Die Eröffnung mit Preisverleihung der Nordostsee-Fotomeisterschaft 2019 – Bezirksfotoschau Kiel findet am 21. 11. 2019 um 19:00 Uhr im Rathaus Kronshagen, Kopperpahler Allee 5 in 24119 Kronshagen statt. Ausrichter ist der Fotoclub Kiel.

Foto auf Buchtitel gelandet


Zufällig hat mein Mann in einem Buchladen einen Bildband entdeckt, bei dem ihm das Titelfoto bekannt vorkam.
Er hatte recht, er war sogar dabei, als ich den Travemünder Leuchtturm inmitten tosender Gischt fotografierte.

Das Buch „Leuchttürme und Molenfeuer“ von David Ross ist im August 2019 im Tosa Verlag erschienen und zeigt im Inneren viele beeindruckende Leuchtturmbilder aus der ganzen Welt.
Um so mehr freut es mich, dass meines auf dem Titel gelandet ist.

 

Die meisten Fotos in diesem Buch wurden über die Agentur Shutterstock lizensiert – so überraschend kann Stockfotografie manchmal sein. Meine besten Wünsche an Verlag und Autor und viel Erfolg für das Buchprojekt.

Besuch am Gartenteich – Eisvogel

Wie schön, er ist wieder da.
In den letzen Sommern kam der Eisvogel fast täglich zum Gartenteich hinter unserem Haus, um ein paar Moderlieschen und Goldelritzen zu fangen. Dieses Jahr 2019 habe ich ihn deutlich seltener beobachten können. Der Dorfweiher gegenüber ist vollständig mit Entenrütze (Kleine Wasserlinse / Lemna minor) bedeckt, dort sieht er seine Beute nicht mehr. Außerdem wird in der Nachbarschaft gleich mehrfach gebaut, was natürlich für Lärm und Bewegung sorgt.
Als nach Feierabend Ruhe im Dorf einkehrte, hat das schillernde Juwel der Vogelwelt einen Abstecher zu uns gewagt – und zufällig hielt ich gerade die Kamera mit Teleobjektiv in den Händen.
Leider war es schon etwas dunkler. Er setze sich auch nicht auf dem fotografierfreudlichen Ast wie sonst, sondern bevorzugte den Rohrkolben im Schatten. Ein paar Fotos mit höherer Isozahl und entsprechendem Rauschen gab es trotzdem.
 
 

                                                                                                                    
Einen Tag später saß der Eisvogel plötzlich auf seinem angestammten Ast – mit Wassertropfen in den Federn vom letzten Tauchgang. Diese Mal hat er nichts gefangen, die Fische verstecken sich mittlerweile unter den Seerosenblättern. Aber ich bin sicher, er versucht es bald erneut.

Für Technikinteressierte:
Fotos durch Fensterscheibe, Bilder oben – Entfernung ca. 12 m, einsetzende Dämmerung, Nikon d5500 + Sigma 100-400 |
Bild unten – ca. 6 m, regnerisch, nachmittags, Nikon Z7 + Sigma 100-400

Fototrip Nordsee – Silhouetten im Sonnenuntergang

An der Ostsee in Schleswig-Holstein muss man früh aufstehen, um die Sonne im Meer baden zu sehen und ist dabei meistens ganz allein.
An der Nordsee wartet man entspannt am Abend bei einem Glas Wein auf den rechten Zeitpunkt – zugleich mit vielen, vielen anderen, die auf die gleiche Idee gekommen sind.
Z. B. in Büsum ist der Blick aufs Meer dann ganz sicher nicht leer, aber auch das hat durchaus fotografische Reize.